Zum Inhalt springen

Corona

Corona und die vom Bund verhängten Massnahmen treffen die Unternehmen und Selbständigerwerbende mit voller Wucht. Wir vom AGV wollen unsere Mitglieder in dieser schwierigen Zeit so gut wie möglich unterstützen. Nachstehend ein paar wichtige Informationen für Sie.

Was gilt zurzeit?

Der Bundesrat hat am 16. März 2020 bis am 19. April 2020 in unserem Land eine „ausserordentliche Situation“ und entsprechende Massnahmen angeordnet. Was gilt es nun zu beachten?

  • Bis vorerst am 19. April 2020 sind öffentliche und private Veranstaltungen verboten. 
  • Alle Läden, Märkte, Restaurants, Bars sowie Unterhaltungs- und Freizeitbetriebe wie Museen, Bibliotheken, Kinos, Konzert- und Theaterhäuser, Sportzentren, Schwimmbäder und Skigebiete werden geschlossen. Ebenso werden Betriebe geschlossen, in denen das Abstand halten nicht möglich ist (z.B. Coiffeursalons).
  • Lebensmittelläden, Take-aways, Betriebskantinen, Lieferdienste für Mahlzeiten und Apotheken bleiben geöffnet, ebenso Tankstellen, Bahnhöfe, Banken, Poststellen, Hotels, die öffentliche Verwaltung und soziale Einrichtungen. Auch Werkstätten für Transportmittel, können geöffnet bleiben. Spitäler, Kliniken und Arztpraxen bleiben geöffnet, müssen aber auf nicht dringend angezeigte medizinische Eingriffe und Therapien verzichten. 
  • Betriebe, die nur zum Teil verbotene Tätigkeiten ausüben (z.B. Bäckerei mit Tea-Room) müssen dafür besorgt sein, dass eine Trennung erfolgt und die verbotenen Tätigkeiten nicht mehr ausgeübt werden. 
  • In Gewerbe-, Industrie- und Dienstleistungsbetriebe (Fabriken, Werkstätten, Büros etc.) darf grundsätzlich weitergearbeitet werden. Alle nicht geschlossenen Betriebe und Einrichtungen müssen die Empfehlungen des Bundesamts für Gesundheit zum Abstand halten und zur Hygiene einhalten. Der schweizerische Arbeitgeberverband verweist hier mit Nachdruck auf die Eigenverantwortung in den Unternehmen, da seitens einzelner Gewerkschaften (v.a. UNIA) bereits die Schliessung von Baustellen gefordert wird. 
  • Besonders gefährdete Personen erledigen ihre Arbeit von zu Hause aus. Ist dies nicht möglich, so werden sie vom Arbeitgeber unter Lohnfortzahlung beurlaubt. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer machen ihre besondere Gefährdung durch eine persönliche Erklärung geltend. Der Arbeitgeber kann ein ärztliches Attest verlangen.

Den Link zur aktuellen Verordnung des Bundes finden Sie hier.

Weitere aktuelle Informationen zur Situation in der Schweiz und im Ausland, sowie Empfehlungen für Unternehmen und Privatpersonen finden Sie auf der Website des Bundesamtes für Gesundheit.

 

Wichtige Information im Zusammenhang mit Kurzarbeit

Mit der Kurzarbeit steht ein wirksames Instrument bereit, um bei Fällen wie dem unerwarteten Auftreten des Coronavirus vorübergehende Beschäftigungseinbrüche auszugleichen. Ziel der Kurzarbeit ist es, Arbeitsplätze zu erhalten.

Bitte beachten Sie: Kurzarbeit ist die vorübergehende Reduzierung oder vollständige Einstellung der Arbeit in einem Betrieb. Sie soll vorübergehende Beschäftigungseinbrüche ausgleichen und die Arbeitsplätze erhalten.

Das SECO hat verschiedene Massnahmen getroffen, um die Gewährung von Kurzarbeitsentschädigung im Zusammenhang mit dem Coronavirus rasch und unbürokratisch zu vereinfachen. Zudem wurde der Kreis der berechtigten Personen erweitert auf Angestellte in einer arbeitgeberähnlichen Stellung (zB Gesellschafter einer GmbH), Lernende und Angestellte mit einem befristeten Arbeitsverhältnis. Die Bezugsdauer wurde auf maximal 6 Monate ausgedehnt.

Zur Vereinfachung wurden zwei Formulare aufgeschaltet für Kurzarbeit in Zusammenhang mit Corona Situation:

Weitere Informationen und Unterlagen finden Sie hier:

  • Wichtige Informationen zur Kurzarbeit im Kanton St. Gallen im Zusammenhang mit dem Coronavirus finden sie hier
  • Weitere Informationen des SECO finden Sie hier.
  • Formulare und weitere Infos auf arbeit.swiss

 

Ausfallentschädigung für Selbständige und für weitere Fälle

Selbständig Erwerbende, die wegen behördlichen Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus Erwerbsausfälle erleiden, werden entschädigt, sofern nicht bereits eine Entschädigung oder Versicherungsleistung besteht. Eine Entschädigung ist insbesondere vorgesehen bei (verordneter) Schliessung eines öffentlich zugänglichen Betriebs oder ärztlich verordneter Quarantäne.

Bei einem Erwerbsunterbruch aufgrund einer durch einen Arzt verordneten Quarantäne werden die Erwerbsausfälle ebenfalls als Taggeld ausgerichtet. Für Eltern, welche wegen der Schulschliessung nicht arbeiten können, besteht ebenfalls ein zeitlich beschränkter Anspruch auf Taggelder.

Die Entschädigungen werden in Anlehnung an die Erwerbsersatzordnung geregelt und als Taggeld ausgerichtet. Dieses entspricht 80 Prozent des Einkommens und beträgt höchstens 196 Franken pro Tag.

Weitere Informationen und Unterlagen:

  • Informationen und Formular der Sozialversicherungsanstalt St. Gallen (SVA) hier
  • Weitere Informationen des BSV finden Sie hier

 

Liquiditätshilfen für Unternehmen (Kredite und weiteres)

Der Bundesrat hat verschiedene Massnahmen zur Sicherstellung der Liquidität beschlossen:

  • Soforthilfe mittels verbürgten COVID-Überbrückungskrediten: 

COVID-19-Kredit: Kredite bis maximal CHF 500'000 werden zinsfrei maximal in Höhe von 10 % des Jahresumsatzes gewährt. Ausgeschlossen sind u.a. die Auszahlung von Dividenden, die Rückerstattung von Kapitaleinlagen oder neue Investitionen ins Anlagevermögen, die nicht Ersatzinvestitionen sind. Missbräuche können mit Busse bis CHF 100'000 geahndet werden.

Anträge und weitere Informationen für Liquiditätshilfen an KMU hier 

COVID-19-Kredit Plus: Überbrückungskredite, die den Betrag von CHF 500’000 übersteigen, werden zu 85% vom Bund abgesichert. Die kreditgebende Bank beteiligt sich mit 15% am Kredit. Solche Kredite können bis zu 20 Millionen Franken (abzüglich CHF 500’000 aus COVID-19-Kredit) pro Unternehmen betragen und setzen deshalb eine umfassendere Bankenprüfung voraus. Bei diesen Krediten beträgt der Zinssatz aktuell 0,5% auf dem vom Bund abgesicherten Darlehen.

Wichtiger Hinweis: Sie müssen zuerst eine Vereinbarung für den COVID-19-Kredit (siehe oben) einreichen, bevor Sie den Antrag für einen COVID-19-Kredit Plus über CHF 500’000 stellen können.

Anträge und weitere Informationen für Liquiditätshilfen an KMU hier 

Details hier

 

  • Zahlungsaufschub bei Sozialversicherungsbeiträgen auf Antrag (zinslos)
  • Zahlungsaufschub bei Mehrwertsteuer und direkter Bundessteuer auf Antrag (zinslos)
  • Rechtsstillstand gemäss Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs (SchkG), d.h. keine Betreibungen und Folgeverfahren
  • Arbeitgeberbeitragsreserven in der Pensionskasse können verwendet werden (Informationen hier)

Die Regierung des Kantons St. Galen hat das Unterstützungsprogramm des Bundes mit einem kantonalen Unterstützungsprogramm im Umfang von 45 Millionen Franken ergänzt. Dieses umfasst mehrere Elemente, wobei der Grossteil der bereitgestellten Summe für weitere Liquiditätshilfen bei Härtefällen in KMU vorgesehen ist. So können KMU mit Sitz im Kanton St.Gallen in Ergänzung zu den Bundeskrediten zusätzliche Kredite bis 250'000 Franken beantragen. Voraussetzung ist, dass das Bundesprogramm vollständig ausgeschöpft ist.

Für Bürgschaften im Kantons St. Gallen ist die «Bürgschaftsgenossenschaft Ost-Süd» zuständig, die seit dem 13. März 2020, nicht mehr nur Investitionskredite verbürgen kann, sondern neu auch KMU Unterstützung gewähren können, die wegen des Coronavirus in Liquiditätsschwierigkeiten geraten sind. 

Leitfaden für Arbeitgeber des Schweizerischer Arbeitgeberverbands

Der Schweizerische Arbeitgeberverband (SAV) hat einen Ratgeber zusammengestellt, der für Arbeitgeber von besonderem Interesse ist. Publiziert werden unter anderem Empfehlungen der SAV-Mitglieder, aber auch wichtige Mitteilungen von BAG, Seco und weiteren Behörden sowie Organisationen. Den Leitfaden finden Sie hier.

Auf dieser Seite werden verschiedene Hilfsmittel aufgeschaltet und aktualisiert. Einige der Unterlagen können Sie hier herunterladen:

Pandemiehandbuch für die betriebliche Vorbereitung (PDF, 1.6 MB)

Centre Patronal: Ratgeber für den Arbeitgeber (PDF, 205.2 kB)

Infoblatt zum Coronavirus des SBV (PDF, 158.3 kB)

 

Internationale Beziehungen

Gerade kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die international tätig sind, verfügen sehr oft über Vertriebspartner vor Ort. Generell wird geraten, sich mit den lokalen Partnern auszutauschen und sich auch zu überlegen, wie dringlich eine Reise ins Ausland, besonders nach China, tatsächlich ist.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie hier.

Rechtliche und weitere Fragen

Mit der raschen Ausbreitung des Coronavirus stellen sich für den Geschäftsalltag im Unternehmen Fragen in verschiedener Hinsicht. Insbesondere von Bedeutung sind das Arbeitsrecht, das allgemeine Vertragsrecht, die Lohnfortzahlungspflicht, die Krankentaggeldversicherung und betriebliche Gesundheitsaspekte.

Einige Dossiers geben hier umfassend Antworten:

 

Mitteilung in eigener Sache: Verschiebung aller AGV-Anlässe

Aufgrund der aktuellen Situation hat der AGV bereits anfangs März entschieden, vorerst alle Anlässe zu sistieren. Dies gilt auch für die Hauptversammlung. Welche Anlässe verschoben werden und auf wann, werden wir festlegen, sobald mehr Klarheit herrscht. Gerne werden wir Sie zu gegebener Zeit wieder informieren.

 

Wir wünschen Ihnen viel Kraft und Durchhaltewillen!